APAC-/ASEAN-Region

Die APAC-Region, Wirtschaftsraum der Zukunft.

In der öffentlichen Meinung, teils geschickt gesteuert durch entsprechend dirigierte Berichterstattung, herrscht vielfach die Meinung vor „Ohne China geht nichts mehr.“

Oh Gott, wie zittern wir alle, Chinas Wirtschaft wächst keine 10 %, 12 % oder 15 % mehr wie in früheren Zeiten, nein, sondern „nur“ noch 6,5 %.

Konsens unserer Wirtschaftselite in Interviews „Ohne China können wir einpacken.“, dann stelle ich ganz einfach die Frage „Herrschaften, wofür werdet Ihr denn eigentlich bezahlt?“

 

Da sage ich nur eines zu „So what?“  

 

Asien ist nicht nur China. Ein weiterer wichtiger Player in dieser Region ist Indien, der aber einer gesonderten Betrachtung bedarf und an dieser Stelle, wie auch China, nicht mit eingeschlossen ist.

 

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich hier kein China-Bashing betreiben möchte! Es geht mir lediglich darum, auf einen Missstand in Bezug auf Asien-Geschäfte zu verweisen.

 

Die APAC-Region ist ein riesiger Wirtschaftsraum. Sie umfasst (rein auf den asiatischen Teil bezogen) 42 Länder, mit Indien (obwohl am Indischen Ozean gelegen) sind es 43 Länder. Diese Region, ohne Indien, umfasst rund ein Viertel der Weltbevölkerung (ca. 1,9 Mrd. Menschen), reduziere ich dies auf die im ersten Schritt wirklich, wirtschaftlich gesehen, wichtigen Länder, die sogenannte ASEAN-Region, sprechen wir von einem Markt mit ca. 650 Millionen Menschen. Die Region umfasst 10 Länder (Myanmar, Laos, Kambodscha, Vietnam, Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien, Burma und die Philippinen). Macht die deutsche Wirtschaft hier ihre Hausaufgaben, dann brauchen wir uns nicht vor einen schrumpfenden China-Markt zu fürchten.

 

Speziell der inhabergeführte deutsche Mittelstand sollte sich rasch um die ASEAN-Region kümmern. Die Länder sind zwar auch recht stark von China abhängig, aber anhand der Situation in der South-China-Sea wird China immer mehr als Bedrohung gesehen und die Länder wollen wirtschaftlich unabhängiger werden.

 

Aktuelles Beispiel: Philippinen

Mit dem neuen Präsidenten, Rodrigo Duterte, gibt es nun anscheinend endlich einen Regierungschef, der das Land wirklich nach vorne bringen will. Ja, ich weiß, ich höre sie schon, die ewigen Schwarzseher; „Der ist zu radikal“, „Der ruft zu Mord auf“ etc. etc.

Da sage ich nur, Leute hört endlich auf unsere ethischen Grundsätze und Ansichten auf andere Länder zu übertragen! Es gibt nun einmal Länder auf diesem Planeten, die durch jahrzehntelanges Ausbeuten durch die  herrschenden Elite an einem Punkt angelangt sind, wo es nur noch mit eiserner Härte funktioniert, um das Land ins 21. Jahrhundert zu heben. Als Bürgermeister von Davao hat der Mann entsprechende Erfolge erzielt.

Das Land erhält nun auch drastische Unterstützung aus Süd-Korea und Japan. Für den deutschen Mittelstand sind die Philippinen ein Traum. Ein hohes Ansehen deutscher Produkte, ein Markt mit einer Bevölkerung von rund 100 Mio. Menschen, durchweg gut ausgebildet, fließendes Englisch und technisch sehr geschickt.

 

Aber auch die anderen ASEAN-Staaten haben eine immense Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Sie haben alle einige Gemeinsamkeiten: wachsende Bevölkerung, Bedarf an neuester Technologie, steigende Einkommen und damit wachsender Konsum.  

 

Worüber müssen sich Unternehmen im Klaren sein, wenn sie den asiatischen Markt bearbeiten wollen?

 

Es wird kein Selbstläufer frei nach dem Motto „Hurra, wir haben auf Euch gewartet.“

 

Entscheidend ist das richtige Engagement, gepaart mit Nachhaltigkeit und eine gewisse Risikobereitschaft. Denn fehlende Sorgfalt programmiert Misserfolge. Es kommt hinzu, Grundsätze wie Verständnis für asiatische Denkweisen und gesellschaftliche Strukturen aufzubringen. Aber auch die Notwendigkeit eine Markteintrittsstrategie nicht durch Copy-and-Paste einfach aus anderen Ländern zu übertragen, sondern sich mit dem jeweiligen Land, seinen Gegebenheiten, der Marktstruktur und den Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Schlichtweg die Frage „Was veranlasst meine Kunden im Land X meine Produkte zu kaufen?“

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© Wilfried Thönnissen